Das letzte Update war vor 8. November 2026 von Benedikt Schächner
Bulwark 1.21.0 ist da: Das am 7. November 2026 veröffentlichte Update macht aus dem Webmail-Client für Stalwart deutlich mehr als eine reine Browser-Oberfläche. Eine neue Desktop-App, verschlüsselte Offline-Daten und eine App-Sperre stehen im Mittelpunkt. Hier erfährst Du, was sich ändert und worauf Du beim Update achten solltest.
- Offline: E-Mails, Kalender, Aufgaben, Kontakte und Dateien lokal verfügbar – inklusive Offline-Suche und späterer Synchronisierung.
- Desktop: öffentliche Beta für Windows, macOS und Linux.
- Sicherheit: App-Sperre per PIN, Passkey oder Windows Hello sowie neue Geräte-Richtlinien.
- Bedienung: bessere Konversationsansicht, Drag & Drop, fünf Sekunden „Senden rückgängig“ und überarbeitete mobile Layouts.

Offline arbeiten
Die größte Änderung betrifft den Offline-Modus. Bulwark kann Nachrichten, Kalender, Aufgaben, Kontakte und Dateien in einer verschlüsselten lokalen Datenbank auf Deinem Gerät speichern. Damit lassen sich bereits synchronisierte Inhalte auch ohne Internetverbindung öffnen, durchsuchen und bearbeiten. Die Änderungen werden mit dem Server abgeglichen, sobald die Verbindung zurückkehrt.
Auch Entwürfe und Anhänge können lokal erhalten bleiben. Du kannst den Zeitraum der gespeicherten E-Mails und Größenlimits pro Konto festlegen, den verwendeten Speicher prüfen oder einen Offline-Export als mbox beziehungsweise ZIP-Datei mit EML-Nachrichten erstellen. Die Suche berücksichtigt sogar Wortanfänge, exakte Formulierungen und unterschiedliche Schreibweisen deutscher Umlaute.
Wichtig: Offline stehen nur die zuvor lokal gespeicherten Inhalte zur Verfügung. Die lokale Verschlüsselung ist außerdem kein Ersatz für Geräteverschlüsselung, Backups und eine sichere Anmeldung.
Desktop-App Beta
Parallel zur Webmail-Version ist die neue Bulwark Desktop-App als öffentliche Beta erschienen. Sie ist für Windows, macOS und Linux erhältlich – jeweils mit passenden Paketen für x64 und ARM64. Anders als eine bloß installierte Webseite integriert sie sich stärker ins Betriebssystem.
- Direkte Verbindung: Die Desktop-App kann sich direkt mit einem JMAP-Server wie Stalwart verbinden. Ein separat betriebener Bulwark-Webserver ist dann nicht zwingend erforderlich.
- Alternativ: Sie kann die vorhandene Bulwark-Instanz einer Organisation nutzen; für die neuen Desktop-Funktionen ist dort mindestens Version 1.21.0 nötig.
- Systemintegration: separate Fenster für Nachrichten und Entwürfe, Dateiverknüpfungen sowie ein schneller Weg zum Verfassen neuer E-Mails.
- Windows: zusätzliche Funktionen wie Tray-Symbol, Taskleisten-Hinweise, Windows Hello, Explorer-Integration für Dateien und Import von Thunderbird- beziehungsweise Outlook-Daten.
Der Login läuft über den Browser. Damit lassen sich vorhandene Passwortmanager und – sofern vom Server beziehungsweise Identitätsanbieter unterstützt – Single Sign-on weiterverwenden. Die Desktop-App befindet sich noch in der Beta-Phase; für produktive Arbeitsplätze empfiehlt sich deshalb ein Test vor dem allgemeinen Umstieg.
Die aktuellen Installationspakete findest Du unter Bulwark Desktop – GitHub Releases.
App-Sperre
Neu ist eine Sperrfunktion, die die Anwendung und lokal gespeicherte E-Mails vor unbefugtem Zugriff schützen soll. Je nach Plattform entsperrst Du sie über eine PIN, einen Passkey oder Windows Hello. Die Sperre lässt sich nach einem festgelegten Zeitraum aktivieren; in der Desktop-App sind auch das Sperren des Bildschirms oder die Abmeldung mögliche Auslöser.
Für Administratoren kommen weitere Optionen hinzu: Sie können Grenzen für lokal gespeicherte Daten und Anhänge setzen und bei einem verlorenen Gerät das lokal gehaltene Datenmaterial über die Geräteverwaltung löschen lassen.
Mehr Mailkomfort
Auch an der täglichen Arbeit mit Nachrichten hat Bulwark gearbeitet. Der Lesebereich stellt vollständige Unterhaltungen übersichtlicher dar. Anhänge erscheinen unterhalb der Nachrichten-Kopfzeile, und Dateien kannst Du per Drag & Drop an unterschiedlichen Stellen der App ablegen – etwa für Anhänge, eingebettete Bilder oder den Datei-Bereich.
Besonders praktisch ist „Senden rückgängig“: Die Funktion ist nun standardmäßig eingeschaltet und lässt Dir fünf Sekunden Zeit, um eine versehentlich abgesendete Nachricht zurückzuholen. Entwürfe werden auch beim Schließen besser gesichert. Push-Benachrichtigungen können je nach Browser direkt Aktionen wie Antworten, Archivieren oder Als gelesen markieren anbieten.

Einstellungen und Design
Die Einstellungen sind neu geordnet, sodass Optionen leichter zu finden sind. Auf der Anmeldeseite können Administratoren ein eigenes Hintergrundbild für hellen und dunklen Modus sowie die Position des Login-Formulars festlegen. Dazu kommen Verbesserungen bei Bedienhilfen und der Darstellung auf Smartphones, bei schmalen Browserfenstern und mit großer Schrift.
Laut Release-Notes wurden rund 150 Anpassungen an kleinen und großen Layouts vorgenommen. Auch die erste Anmeldeseite soll etwa 0,45 Sekunden schneller erscheinen. Griechisch und Norwegisch (Nynorsk) ergänzen die Sprachen.

Sicherheitskorrekturen
Neben den sichtbaren Neuerungen enthält Version 1.21.0 mehrere Sicherheitskorrekturen. Unter anderem sollen Docker- und Standalone-Builds keine lokalen .env-Dateien oder privaten Verzeichnisse aus dem Build-Kontext mehr übernehmen. Bei Bulwark Lite wird beim erneuten Anmelden ein ersetzter Refresh-Token widerrufen. Außerdem wurden die Absicherung von Push-Vorschauen gegenüber fremden Websites und das Abmelden während einer Token-Erneuerung verbessert.
Docker aktualisieren
Wenn Du Bulwark bereits mit Docker Compose betreibst, kannst Du nach einem Backup der Konfiguration und der persistenten Daten im Verzeichnis Deiner compose.yaml die Images neu laden und den Dienst mit der bestehenden Konfiguration neu erstellen:
docker compose pull
docker compose up -d
Prüfe anschließend die laufende Version und die Container-Logs. Achte insbesondere darauf, dass Dein Image-Tag auf die gewünschte Version zeigt: docker compose pull aktualisiert nur das in der Compose-Datei konfigurierte Image. Die neue Desktop-App installierst Du separat über die GitHub-Releases.
Du verwendest Stalwart als eigenen Mailserver? In unserer Anleitung Stalwart Mailserver mit Docker selbst hosten findest Du den passenden Einstieg.
Unser Fazit
Bulwark 1.21.0 ist vor allem für Selbsthoster interessant, die ihren Stalwart-Mailserver komfortabel auf mehreren Geräten nutzen möchten. Der verschlüsselte Offline-Speicher und die Geräte-Sperre schließen wichtige Lücken; die Desktop-Beta ist ein spannender Schritt in Richtung vollwertiger Mail-Anwendung. Wer sich auf die Desktop-App verlassen möchte, sollte die Beta aber zunächst im Alltag ausprobieren.
Quellen: offizielle Release-Notes für Bulwark 1.21.0 · Bulwark-Projektseite mit Screenshots. Die gezeigten Bilder sind offizielle Beispielansichten der Anwendung und keine exklusiven Bildschirmaufnahmen der Version 1.21.0.

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